Satzung / Thema Vertreterrat

Dieses Thema enthält 6 Antworten und 7 Teilnehmer. Es wurde zuletzt aktualisiert von  mismi vor 11 Monate, 2 Wochen.

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  • #1464

    Friedolin
    Teilnehmer

    Gegenwärtig haben die Vertreter (der Genossenschaftbasis) praktisch keine Einflussmöglichkeit auf die Geschäftstätigkeit der Genossenschaft. Lediglich wenn ein neuer Geschäftsbericht vorgelegt wird, dürfen die Vertreter im Nachhinein zu den Ergebnissen der Geschäftstätigkeit Ja oder Nein sagen.
    Der Vorstand (mit Unterstützung des Aufsichtsrates) allein entscheidet alle Dinge ohne Begrenzung des finanziellen Rahmens, ohne Risikobegrenzung, ohne Kontrolle ob genossenschaftliche Grundsätze verletzt werden. – Damit ist die Genossenschaftsbasis zur passiven Masse degradiert.
    Richtiger wäre, dass die Satzung den Vertretern mehr Rechte im Vorfeld wichtiger Entscheidungen einräumt.
    Aber das genügt noch nicht. Die Vertreter müssen auch befähigt werden, mehr Rechte wahrzunehmen. An anderen demokratischen Gremien sehen wir wie das geht:
    • Die Vertreterschaft muss sich strukturieren, muss unter sich eine Spitze wählen. Die Spitze könnte beispielsweise Vertreterrat heißen.
    • Die Vertreter müssen in Arbeitsgruppen wichtige Themen behandeln und Entscheidungen vorbereiten.
    Vertretergruppen sollten die Möglichkeit haben, in ohnehin vorhandenen Besprechungsräumen der Genossenschaft zusammenzukommen.
    Auch die Strukturierung der Vertreterschaft muss in einer verbesserten Satzung festgeschrieben werden.
    Oder nicht?

  • #1468

    Leo
    Teilnehmer

    Der Meinung von Friedolin und der Beschreibung kann ich nur zustimmen.
    Es gibt bisher außer dieser neuen Plattform leider über die Mindestanforderung der jährlichen Vollversammlung hinaus bisher praktisch keine Kommunikation oder ein Arbeitsregime in unserer Vertreterschaft. Eine notwendige sachliche Meinungs- und Willensbildung ist außerdem in einer „grauen“ Masse von in unserem Fall über 70 Vertretern ohne Strukturierung schlichtweg nicht möglich. Am Beispiel des Betriebsrates in der Wirtschaft sieht man, wie notwendig und auch relativ einfach eine solche Struktur zu realisieren ist. Hierzu sollten wir Ideen und Vorschläge entwickeln, zB. um aus jedem Wahlbezirk paritätisch einen Vertreterrat zu wählen und dessen Mitwirkung in den Gremien zu regeln. Das wäre ein wichtiger Diskussionspunkt als Satzungsthema.

  • #1469

    Harald
    Teilnehmer

    Ja, den die Zielsetzung einer Mitbestimmung der Genossenschaftler hat mit Folgendem zu tun:
    Selbst in einer GmbH ist klar geregelt, dass die Geschäftsführung zwar für das operative Geschäft und die Vertretung nach außen zuständig ist, die maßgeblichen Entscheidungen liegen jedoch bei der Gesellschafterversammlung. Diese ist der oberste Willenssouverän und entscheidet über die Strategie und die Verwendung finanzieller Mittel ab einem festgelegten Limit. Die Geschäftsführung darf sich nur in diesem Rahmen bewegen.
    Warum soll das ausgerechnet bei einer bzw. unserer Genossenschaft komplett anders sein, wo doch gerade eine Genossenschaft ein Zusammenschluß von Mitgliedern ist, die erst recht alle das wesentlichste soziale Gemeinschaftsziel verfolgen – nämlich die Selbstversorgung mit möglichst günstigen und sicheren Wohnungen. Und außerdem – genau diese Mitglieder erbringen zu 100% das Geld, über dessen Verwendung zu entscheiden ist und tragen dann auch noch notwendige Kreditbelastungen. Und ausgerechnet die sollen aber bei einer solchen Solidargemeinschaft bei jeglichen und sogar maßgeblichen Entscheidung komplett außen vor bleiben? Das ist extrem unlogisch und ein Unding.

  • #1471

    GustaviP
    Teilnehmer

    Ein Vertreterrat ist in einer Genossenschaft nicht vorgesehen. In ihr führt der Vorstand die operativen Geschäfte und nimmt die Vertretung nach außen wahr. Alle wesentlichen Entscheidungen, welche die Entwicklung und den Erhalt einer Genossenschaft betreffen, werden durch die Genossenschafterversammlung oder bei großen Genossenschaften, wie bei der WG Carl Zeiss, durch die Vertreterversammlung getroffen. Dieses Prinzip, das Grundprinzip einer Genossenschaft, ist in der WG Carl Zeiss m.E. aufs gröbste verletzt. Um dieses wieder zu gewährleisten, halte ich eine Verankerung der Punkte, die einer Zustimmung durch die Vertreter betreffen, im Statut für zwingend erforderlich. Folgende Sachverhalte sollten ohne Zustimmung der Vertreterversammlung nicht entschieden bzw. realisiert werden:
    – Investitionen (ab einer Höhe von sagen wir 50.000€)
    – Kreditaufnahmen jeglicher Höhe
    – Verkauf und Abriss von Wohnungen
    – Aufstellung des Aufsichtsrates
    – Wer kann außer Wohnungsinhabern Mitglied der Genossenschaft sein
    – Änderungen des Nutzensentgeldes
    – Statutänderungen
    Die Abstimmungen zu den Punkten, natürlich nach deren vorheriger Diskussion, könnte nach Erfordernis oder in vierteljährlich einzuberufenden Vertreterversammlungen erfolgen.

  • #1472

    Horsti
    Teilnehmer

    Eure Einschätzungen werden leider durch nichts belegt und sind auch noch falsch. Schon ein Blick in das Statut würde helfen. Ihr wollt gleich das große Rad drehen und nehmt nicht einmal die gegebenen Rechte wahr. Irgendwie erinnert mich das an die Großwetterlage in Deutschland. In der auch ein funktionierendes System, um das wir auf der ganzen Welt beneidet werden, schlecht geredet wird. Weiter so. Die Kinder werden es Euch danken.

    Ich hatte Euren Flyer im Briefkasten, aber es scheint sich hier ja auch nur um ein anonymes Meckerportal zu handeln. Wenn jeder seinen richtigen Namen nennen müsste, würde man sich wahrscheinlich auch drei mal überlegen, was man schreibt. Schade… eine Gelegenheit verpasst.

  • #1477

    Sommer
    Teilnehmer

    Lieber Herr Horsti (eigenartiger Klarname), danke für Ihre Meinungsäußerung. Sinn des Forums ist es, Meinungen zu erfragen. Jeder Beitrag wird berücksichtigt, selbstverständlich auch Ihrer. Er zeigt, wie wichtig und richtig dieses Forum ist.

  • #1478

    mismi
    Teilnehmer

    Hallo Horsti,
    nichts gegen eine eigene Meinung, wenn sie denn eine ist, dein obiger Beitrag ist jedoch recht populistisch …großes Rad drehen.., was soll das? “ oder
    …wenn jeder seinen richtigen Namen nennt, würde man sich wahrscheinlich auch dreimal überlegen …“
    Die Initiatoren dieses Portales scheuen sich nicht ihre Namen zu nennen, schau einfach mal unter den Button, „wer sind wir“. Viel wichtiger wäre, Du äußerst deine Meinung als Vertreter qualifiziert zu den aufgeworfenen Themen, auf solche Beiträge sind wir gespannt, bitte überdenke mal deine Haltung. Wir wollen einfach nur mehr Ehrlichkeit, Transparenz (will auch unser Vorstand) und Mitbestimmung. Wir denken, dass dieses Anliegen legitim ist. Im Übrigen, das ist ein Portal zur Meinungsfindung und -bildung für die Vertreter unserer Genossenschaft. Jeder Vertreter ist zur Mitwirkung aufgerufen – auch Du. Wir würden uns auf eine Mitarbeit freuen.
    M. Schmidt/Vertreter

    Zitat des Tages:
    Die Freiheit der Meinung setzt voraus, daß man eine hat.
    Heinrich Heine, geb. 1797

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